Kaum zu glauben: 100 identische Häuser – nur eins fängt an zu muffeln!

1. Chloransisole

Eine kleine Siedlung. 100 Fertighäuser, die vor 1984 fertig gestellt wurden. Schöner Baumbestand, hübsche Gärten – alle fühlen sich wohl.

Doch plötzlich tritt in einem einzigen Haus ein muffiger Geruch auf. Die Kleidung, die Schuhe, die Taschen – alles nimmt diesen Geruch an. Für die Bewohner unerklärlich. Warum dieses Haus und kein anderes? Eine Odyssee steht an, das Ziel ist in weiter Entfernung.

 

In einem solchen Fall ist ein kompetenter Baubiologe zu Rate zu ziehen!

Die Akademie Bauen-Wohnen-Gesundheit wurde beauftragt, die Ursache zu ergründen. Bereits bei der Schilderung des Problems im ersten Telefonat hatten wir den Verdacht, dass es sich um sog. Chloranisole handeln könne.

Beim Betreten des Hauses war der Geruch deutlich wahrnehmbar. Zunächst haben wir in Abstimmung mit den Bewohnern eine Raumluftprobe genommen und diese in einem Labor auf Schadstoffe analysieren lassen. Das Ergebnis bestätigte unsere Vermutung.

Chloranisole bilden sich in einer längeren  chemischen Reaktion aus chlorhaltigen, organischen Holzschutzmitteln, Feuchtigkeit und Umweltbedingungen spielen hierbei eine Rolle.

Sie waren zum Zeitpunkt des Fertighausbaus noch erlaubt, wurden jedoch später verboten. Die Bewohner dieser Häuser bemerken den muffigen Geruch mit der Zeit kaum noch, da sie sich daran gewöhnen. Das Problem ist, dass Chloranisole an der Kleidung haften und dieser muffelige Geruch für Außenstehende wahrnehmbar ist.

Gemäß eines Berichts des Fraunhofer Instituts für Holzforschung aus dem Jahr 2008 ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Chloranisole bisher nicht bekannt und kann nach dem Informationsstand des Berichts ausgeschlossen werden.

Die Holzschutzmittel befinden sich in den meisten Fällen in den Holzkonstruktionen. Bei erkennbarem mikrobiellen Befall ist zunächst einmal dieser zu entfernen, danach kann mittels spezieller Anstrichsysteme das Holzschutzmittel fixiert werden. Je nach Örtlichkeit sind ggf. weitere Massnahmen nötig, um eine weitere Geruchsbildung nachhaltig zu verhindern.

Fazit:

Der typische „Fertighausgeruch“ sollte bei einem Hauskauf oder einer Wohnungsanmietung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch häufiges und intensives Lüften bleibt oftmals ohne Erfolg. Deshalb ist zu empfehlen, dass vor einem Haus- oder Wohnungskauf oder einer Anmietung ein Rat eines kompetenten Fachmanns eingeholt wird.

Bildmaterial:
© Guido Grochowski – Fotolia.com
© JS – Fotolia.com

 

Teile und hab Spaß Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • XING

Kommentare sind geschlossen.